Tagtäglich kämpfen wir Muslime in den europäischen Ländern (welche für einen Teil von uns sogar unsere Heimat ist, da viele von uns hier geboren sind und erst im späteren Verlauf unseres Lebens die islamische Religion angenommen haben) mit Vorurteilen, rassistischen Beleidigungen, verletztenden Bemerkungen und sogar gewaltätigen Übergriffen- wo auch immer wir uns bewegen. Vor allem wir Muslimahs, die sich versuchen auf dem Wege Gottes zu bedecken, so wie Gott es uns vorschreibt und es für uns liebt (einzig und allein der Liebe Gottes wegen und nicht um unsere nicht-muslimischen Mitmenschen zu verärgern oder zu provozieren) werden immer wieder Opfer der zuvor benannten Situationen. Wie oft kommt es vor, dass unsere Mitmenschen in solchen Situationen einfach wegschauen? Wie oft kommt es vor, dass wir dann unsere Blicke senken, versuchen die Strassenseite zu wechseln, unsere Schritte schneller werden und während wir mit unserer Zunge bei Gott um Zuflucht bitten, kreisen in unseren Kopf nur die Gedanken : "hoffentlich komm ich so schnell wie möglich und unversehrt an ihnen vorbei." Wie oft sind wir in solch einer Situation?
Diese Schwester, Marwa el-Sherbini, sie wurde des öfteren von ihrem Mörder auf offener Strasse beleidigt und als Terroristin beschuldigt.. hierbei ging es nicht nur um einen harmlosen Streit um eine Spielplatzschaukel, sondern um "RASSISMUS"!! Nicht nur dass sie immer und immer wieder von diesem Mann auf das Übelste beleidigt wurde, er versuchte ihr sogar auf offener Strasse ihr Kopftuch vom Kopf zu reissen.
Diese Schwester konnte all dies nicht mehr ertragen und hoffte auf Gerechtigkeit seitens der deutschen Gerichte. So ging sie vor Gericht, um nach deutschen Recht legal gegen ihren späteren Mörder vorzugehen. Doch was keiner angeblich zu diesem Zeitpunkt ahnen konnte, ist, dass dieser Mann bereits bewaffnet zu seiner Gerichtsverhandlung erschien.
Die 32-Jährige, schwangere, Marwa al-Scherbini war am 1. Juli vor dem Dresdner Landgericht von dem offenbar ausländerfeindlichen Angeklagten Alex W. mit 18 Messerstichen getötet worden. Der dreijährige Sohn der 32-Jährigen wurde Zeuge des Blutbads, ebenso der Ehemann, der noch versuchte, seine schwangere Frau zu schützen und dabei lebensgefährlich verletzt wurde.
Die Pharmazeutin, Marwa, war im Jahr 2005 zusammen mit ihrem Mann, dem Genforscher Elwi Ali Okaz nach Bremen gekommen, wo 2006 der gemeinsame Sohn zur Welt kam. 2008 dann ging die Familie nach Dresden, wo Elwi Ali Okaz als Doktorand am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik forschte. Ende des Jahres wollte das Paar nach Ägypten zurückkehren.
Doch was wurde diesbezüglich in den Medien berichtet? In vielen Medien (bis auf wenige Ausnahmen) wurde nicht mal der Name der Schwester genannt ...geschweige denn weitere Hintergründe...In vielen Medien hiess es immer nur, dass Anlass der Gerichtsverhandlung ein Streit um eine Schaukel sei. Viele der nicht-muslimischen Mitbürger haben bis heute nichts über diesen Vorfall gehört. Es wurde einfach so vertuscht und unter den Teppich gekehrt!
Das Bild soll diese Situation und meine Gefühle, sowie die Gefühle meiner muslimischen Geschwister verkörpern. die grauen Köpfe im Hintergrund symbolisieren den Grossteil der Öffentlichkeit, der versucht den Rücken zu kehren und gar die Augen zu verschliessen, um diese Ungerechtigkeit nicht sehen zu müssen, während wir Muslime an ihren täglichen Hetzen leiden. Unsere Herzen bluten. Ich hatte mich dazu entschieden dieses Bild mit Sûratul-Kâfirûn zu verzieren, da sie mir regelrecht aus dem Herzen spricht, wenn ich an diese Situation denke.
<<"Sprich: ""O ihr Ungläubigen! (1) "Ich diene nicht dem, dem ihr dient, (2) und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene. (3) Und ich werde nicht Diener dessen sein, dem ihr dient, (4) und ihr werdet nicht Diener Dessen sein, Dem ich diene. (5) "Ihr habt eure Religion, und ich habe meine Religion."" (6) >> (Qur'ân:109)
Jeder Muslim und Nicht-Muslim, der diese Sätze liest,
ich bitte Euch, schaut nicht weg, wenn Ihr eine Ungerechtigkeit seht! Helft! Auch wenn Ihr meint allein nichts ausrichten zu können, doch durch Euren Einsatz könnt Ihr Eure Mitmenschen zum Helfen animieren! Und gemeinsam seid Ihr stark! Lasst nicht zu, dass noch mehr Unrecht geschieht!